22.07.2026 Atemarbeit
Neun reinigende Atemzüge – ein ruhiger Beginn für den Tag
In verschiedenen tibetischen Übungstraditionen dienen bewusste Atemfolgen dazu, vor der Meditation zur Ruhe zu kommen. Eine bekannte Form arbeitet mit neun Atemzügen. Je nach Übertragung und Schule können Ausführung und Bedeutung unterschiedlich sein. Für den Alltag lässt sich daraus eine schlichte, achtsame Praxis ableiten.
So kannst du beginnen
Setz dich bequem und aufrecht hin. Spüre zunächst den Kontakt zum Boden und lass Schultern, Gesicht und Bauch weich werden. Atme dann neunmal ruhig durch die Nase ein und langsam wieder aus. Versuche nicht, besonders tief zu atmen. Entscheidend ist, dass der Atem angenehm und unangestrengt bleibt.
Bei den ersten drei Atemzügen kannst du körperliche Anspannung wahrnehmen, bei den nächsten drei die Bewegung deiner Gedanken und bei den letzten drei die Offenheit des gegenwärtigen Augenblicks. Du musst dabei nichts beseitigen. Bemerken und Loslassen genügen.
Ein stiller Übergang
Bleib anschließend für einige Momente sitzen, ohne den Atem zu steuern. Beobachte, wie er von selbst kommt und geht. Diese kurze Pause macht aus einer Atemtechnik eine gelebte Praxis: Du schaffst Raum, bevor der Tag seine Richtung vorgibt.
Hinweis: Wenn dir schwindelig oder unwohl wird, kehre zu deinem natürlichen Atem zurück und beende die Übung.