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22.07.2026 Atemarbeit

Wenn Gefühle eng werden: Mit dem Atem Raum schaffen

Starke Gefühle zeigen sich nicht nur in Gedanken. Sie sitzen als Druck im Brustkorb, als Enge im Hals oder als Unruhe im Bauch. In körperorientierten tibetischen Übungswegen wird der Atem deshalb nicht getrennt vom Geist betrachtet: Verändert sich unsere innere Verfassung, verändert sich häufig auch der Atem.

Wahrnehmen, ohne zu bewerten

Wenn du Anspannung bemerkst, halte für einen Moment inne. Spüre beide Füße am Boden und benenne still, was gerade da ist: Ärger, Sorge, Traurigkeit oder einfach Unruhe. Du musst das Gefühl weder erklären noch sofort verändern.

Atme ruhig ein und lass die Ausatmung etwas länger werden. Stell dir beim Ausatmen nicht vor, das Gefühl wegzuschieben. Erlaube vielmehr dem Körper, um die Empfindung herum weicher zu werden. Drei bis fünf Atemzüge reichen zunächst aus.

Mitgefühl gehört zur Praxis

Innere Arbeit bedeutet nicht, jederzeit gelassen sein zu müssen. Eine hilfreiche Haltung lautet: Auch dieser Zustand darf für einen Moment da sein. So wird Atemarbeit zu einer Übung in Selbstmitgefühl und zu einer kleinen Unterbrechung automatischer Reaktionen.

Bei anhaltender starker Angst, Atemnot oder psychischer Belastung ersetzt eine Atemübung keine medizinische oder therapeutische Unterstützung.